Das Wort „Mark“ ist germanischen Ursprungs und bedeutet Grenze, Grenzland bzw. abgegrenztes Land. Die Mark schloss das angrenzende Waldland, das am Rande der Siedlung lag und das bei der Ausbildung von Einzeleigentum ungeteilter Gemeinbesitz von Siedlungsgemeinschaften geblieben war, mit ein.

In altgermanischer Zeit war es jedem erlaubt, auf diesem Land sein Vieh zu weiden, zu holzen, zu roden, zu jagen oder zu fischen. Eine geregelte Nutzung der „gemeinen Mark“ wurde später durch die Markgenossenschaft erlangt, die eine reine wirtschaftliche Körperschaft mit eigener Verfassung darstellte. Alte Wege, Bäche und Siepen bildeten zum Teil die Abgrenzung der Marken. Wenn solche natürlichen Grenzen fehlten, pflanzte man Schnade- oder Lackbäume, kennzeichnete andere Bäume mit Kreuzen oder setzte Steinhaufen als Grenzmarke.

Die Stockumer Mark umfasste neben einem großen zusammenhängenden Naturbezirk, welcher sich südlich von Annen in den Waldungen des Ardeys erstreckte, einige Waldstücke, die sich zwischen den Ortschaften Annen, Wullen, Stockum, Düren, Oespel und Kley befanden. Die sechs Bauernschaften besaßen an der Stockumer Mark ebenfalls Nutzungsrechte.

„Die Markengründe zwischen den Ortschaften waren: nördlich von Annen und Wullen der Annener und Wullener Homberg, der Vöckenberg und der Steinberg; westlich von Stockum der Stockumer Siepen; nordwestlich der Bauernschaft Düren die sogenannte Dünnebecke und zwischen den Ortschaften Oespel, Kley und Stockum der Dorney.“

Außer dem Dorney sind die Waldstücke der Stockumer Mark, die ausschließlich Eichenbestand hatten, bis auf einige Reste vollständig gerodet worden.

Auszug aus dem Heimatlexikon Stockum/Düren

Karte der Stockumer Mark von 1771
Karte der Stockumer Mark von 1771