Mit den Worten „Man geht zwar immer davon aus, dass der Ernstfall nicht eintritt, doch manchmal kommt es anders – und dann ist es wichtig, gut vorbereitet zu sein und aufeinander zu achten!“, eröffnete Karl-Heinz Thomas diesen besonderen Heimatnachmittag am 20. Mai im Gemeindehaus an der Mittelstraße und wies auf die Flutkatastrophe im Juli 2021 im Ahrtal hin. Eingeladen hatten die Heimatfreunde die ehrenamtlich tätigen Tanja Knopp, Landesbetreuerin Vorsorgeschwerpunkt verantwortlich für das Krisenmanagement, Thomas Bremer von der Freiwilligen Feuerwehr, Löscheinheit Stockum, und Ralf Frede, Ausbilder beim Deutschen Roten Kreuz.

Die Heimatfreunde Stockum/Düren hatten mit Feuerwehrmann Thomas Bremer, mit DRK-Ausbilder Ralf Frede sowie Ratsfrau und Landesrotkreuzlerin Tanja Knopp (v.li.) drei kompetente Referierende für einen kurzweiligen Vortrag gewinnen können.
Klimawandel und Extremwetter schreiten voran und können ebenso wie Sabotage oder Unfälle zu einem sog. Blackout (langandauernder Stromausfall) führen; mit schwerwiegenden Folgen:
„Als erstes ist die Informationstechnik betroffen, Telefone, Internet und Fernsehgeräte fallen sofort aus, Mobilfunk und Warnapps nach einigen Stunden. Was bleibt, ist das Radio – sofern es batterie- oder kurbelbetrieben ist. Straßenbahnen bleiben an Ort und Stelle stehen und blockieren die Gleise, viele Tankstellen können keinen Kraftstoff mehr abgeben, Supermarktkassen und Geldautomaten funktionieren nicht mehr. Auch die Wasser- und Abwasserinfrastruktur funktionieren nicht ohne Strom.“ so Thomas Bremer weiter und zog folgendes Zwischenfazit: „Der Bevölkerungsschutz allein wird all diese Probleme nicht sofort lösen können, allenfalls abmildern können.“
„Das waren die schlechten Nachrichten“, so setzte Tanja Knopp zu ihrem Beitrag an. „Wenn Notfall oder Katastrophe eintreten, gibt es auch Schutz und Hilfe; und Witten ist hier im Vergleich wirklich gut aufgestellt: Das Technische Hilfswerk, das Deutsche Rote Kreuz, der Arbeiter-Samariter Bund und natürlich die Feuerwehren verfügen über sehr aktive Ortsgruppen und die Warninfrastruktur mit Sirenen und den unterschiedlichen Warnapps ist in den vergangenen Jahren auf Vordermann gebracht worden.“
Gemeinsam mit Ralf Frede stellte Knopp unterschiedliche Vorsorge- und Vorbereitungsmaßnahmen vor, auch ganz konkrete Notfallchecklisten für die ersten 72 Stunden. „Ein Notvorrat für die ganze Familie für wenigstens 10 Tage im Haus zu haben wäre gut, und Futter für die Haustiere nicht vergessen!“ Diskutiert wurde, wie man ohne Strom Essen zubereiten kann, und was man alles dazu braucht. Von ausreichend Trinkwasser, haltbaren Lebensmitteln und einer Kochgelegenheit über Hygieneartikel, Medikamente und etwas Werkzeug. „Aber nicht alles auf die letzte Minute machen“, ergänzte Ralf Frede, „sondern man sollte sich wirklich in Ruhe vorbereiten.“

Tanja Knopp, Thomas Bremer und Ralf Frede machen sich dafür stark, dass Menschen in Not geholfen wird und das Menschen sich gegenseitig helfen, in Nachbarschaft und Quartier. Aufgebaut wurden zwei Tische mit sinnvollen Utensilien für die eigene Notfallvorsorge.
Knopp und Frede stellten auch das DRK-Stützpunktsystem vor, benannten Infopunkte und die Stockumer Anlaufstelle: „Wenn in Stockum alles dunkel ist, bei der Freiwilligen Feuerwehr brennt dann noch Licht“, ergänzte Thomas Bremer.
„Es gibt wertvolle Informationen und Broschüren“, so Tanja Knopp, „mit Einkaufslisten für den Notvorrat und Checklisten für die Vorbereitung der Selbst- und Nachbarschaftshilfe beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK).“ Auch sollte man die Nachbarschaft, ältere Leute und Haustiere nicht vergessen. Nützlich wäre auch ein Notfallausweis mit wichtigen Informationen über Krankheiten, Allergien, Hilfsmitteln und Notfallkontakten.

Etwa 50 Heimatfreunde, überwiegend lebensältere Menschen, besuchten diesen informativen Nachmittag. Die Folgen eines Blackout können erbehblich sein und betreffen fast alle Lebensbereiche.
Wenn man die eigene Wohnung innerhalb kürzester Zeit verlassen muss, z.B. bei einer Bombenentschärfung, gilt es die wichtigen Unterlagen griffbereit zu haben: Ausweis, Führerschein, wichtige Dokumente, Urkunden und Medikamentenplan, Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht: „Alles am besten in einer wasserfesten Folie verpacken und vorher zur Sicherheit mit dem Handy abfotografieren“, rät Tanja Knopp.
Zum Abschluss gab es Beifall für die vielen guten Ratschläge. Karl-Heinz Thomas beendete diese sehr informative Veranstaltung mit den Worten „Krisenvorsorge ist absolut sinnvoll, um im Ernstfall gut vorbereitet, schnell und rationell handeln zu können.“
Karoline Robbert
