Die Fragebogenakion zum Ende des Jahres 2025 durch Karl-Heinz Thomas und Karoline Robbert ergab folgendes Ergebnis: 

Mitgliederstruktur und demografische Lage:
Überwiegend ältere Mitglieder: Die meisten sind über 70 Jahre alt, gefolgt von einer Altersgruppe von 50 bis 70 Jahren. Es gibt nur einen geringeren Anteil von jüngeren Mitgliedern. Nur eine Person (in den Fragebögen) ist unter 50 Jahren und zwei unter 20 Jahren.
Geschlechterverhältnis: Dabei halten sich die Geschlechter die Waage mit leicht mehr Frauen, wobei darunter auch viele Ehepaare sind. 

Zufriedenheit und Vereinsleben:
Hohe Zufriedenheit: Die Mehrzahl der Mitglieder ist mit unseren Aktionen zufrieden, insbesondere mit vielen sehr zufriedenen Personen. Die meisten schätzen die Veranstaltungen und Aktivitäten sowie die Gemeinschaft miteinander. Dabei ist noch Luft nach oben, gewünscht werden mehr Informationen auch über Historisches sowie gemeinsame Ausflüge.
Beliebte Angebote: Besonders gut angekommen sind die Dreschtage/Pflugschauen und die Vorträge mit Diskussionen, aber auch das historische Engagement, die Heimatnachmittage und Führungen durch das Dorf haben den meisten besonders gut gefallen. Gut angenommen wurde das letzte Grünkohlessen mit über 80 Teilnehmern.
Teilnahmebarrieren: Nur wenige geben Zeitmangel oder gesundheitliche Einschränkungen als Hindernis an. 

Wünsche und zukünftige Aktivitäten:
Spannend wird es bei der Nachfrage zu Wünschen und zukünftigen Aktivitäten des Vereins. Die meisten wünschen sich mehr gemeinsame Exkursionen, Ausflüge und Wanderungen, aber auch die Feste, wie das Frühlings- und das Adventsfest, die neu im Programm sind kommen sehr gut an. Die Dorfgeschichte und die Tradition dürfen dabei aber nicht zu kurz kommen, wobei ein zwangloses Plaudern wie ein Dorftreff oder ein Stammtisch gerne gesehen würde. Aber auch kulturelle Veranstaltungen mit Musik, Theater oder Lesungen oder einfach nur Gemeinschaftsabende sind gefragt. Angebote für Kinder und Jugendliche sowie Familien sollte es geben, genauso wie spezielle Angebote für die ältere Generation, z.B. Begleitung und Unterstützung. Nachfrage besteht nach kulturellen und politischen Angeboten, wie gemeinsame Museumsbesuche, Fahrten zu Bundes- und Landtag, mehr Ausflüge in die nähere Umgebung (z.B. WDR Köln), Industrie in und um Stockum (Bergbau und Ziegeleien). Die historischen Rundgänge durch den Ort sollten wieder aufgenommen werden. Kalender und die Vereinsbroschüre „Einblick“ sollten wieder aufgelegt werden. 

Öffentlichkeitsarbeit:
Die Öffentlichkeitsarbeit könnte verbessert werden durch frühzeitige Ankündigungen per Mail, Plakate, Aushänge und persönliche Ansprache. Die Schaufenster des Heimatvereins sind ein Hingucker und sollten weiterhin als Aushang dienen, aber auch an anderen Stellen im Ort sollten Bekanntmachungen recht frühzeitig zu sehen sein. Die Berichte und Ankündigungen sollten weiterhin in der Presse erscheinen. Die Zusammenarbeit mit anderen Vereinen, auch Heimatvereine, Medien, Schulen, Kindergärten sollte ausgebaut werden. Auch eine Schulpartnerschaft könnte sinnvoll sein mit Heimatkunde als Schulunterricht. Zu Schulanfang sollte es Gespräche mit der Schule geben, wofür ein geeignetes Team gebildet werden soll. Der Umweltschutz sollte nicht zu kurz kommen, wobei die Vereine wie NaWit und Nabu mit Aktionen einbezogen werden können. Die Zusammenarbeit mit Marek Schirmer sollte verstärkt werden. Ein Mitglied gibt zu bedenken: „Die Heimatfreunde sollten sich nicht verzetteln mit zu vielen Angeboten“. 

Mitarbeit und Engagement:
Da gibt es viel Erfreuliches zu berichten: Einige Mitglieder würden uns gerne bei Aktionen und Festen unterstützen, wobei sich 11 Mitglieder namentlich angeboten haben. Sei es bei Organisation und Planung, Bewegung und Naturaktionen, Seniorenarbeit, Handwerk, Technik und Aufbau, aber auch ein „Runder Tisch Stockum“ sollte gegründet werden. Zwei Mitglieder würden gerne beim Einblick und Kalender helfend zur Seite stehen.
Gemeinschaft: Die Stärkung der Gemeinschaft im Verein ist den meisten wichtig, gefolgt von sehr wichtig. Die Heimatnachmittage mit Kaffee und Kuchen sollten wie bisher einmal im Monat stattfinden, wobei an Kaffee und Kuchen nicht gespart und der Tisch mit Blumen und Deko geschmückt werden soll. Einmal im Monat wünscht sich die Gemeinschaft ein Dorfkino mit ausgesuchten guten Filmen. 

Abschluss und Empfehlungen:
Das Heimatstübchen, der Mittelpunkt unseres Vereins, sollte wie bisher einmal in der Woche für zwei Stunden geöffnet sein, als gemütlicher Mehrzweckraum (Vereins-Wohnzimmer), als Bibliothek mit kleineren Lesungen oder zum Nachschlagen (Archiv über Stockum) und als Stockumer Info-Punkt.  Auch sollte es ab und zu am Wochenende für Berufstätige öffnen. 

Fazit:
Der Verein möchte jüngere Mitglieder gewinnen. Angebote sollen gepflegt und erweitert, aber nicht überfrachtet werden. Der Fokus liegt auf Qualität und Gemeinschaft. Die meisten Mitglieder schätzen und sind zufrieden bis sehr zufrieden mit dem aktuellen Vereinsleben, das Programm sei gut, ist aber noch ausbaufähig. Geschätzt werden vor allem die Aktivitäten und Veranstaltungen sowie die Gemeinschaft miteinander. Dabei bleiben noch Wünsche offen wie mehr Informationen über Historisches und nach mehr gemeinsamen Ausflügen und Aktivitäten. Aber alles Zusätzliche hängt natürlich von der Machbarkeit in personeller Hinsicht ab. Helfende Hände sind daher sehr gefragt. 

Ihre Heimatfreunde Stockum/Düren


Beim traditionellen Grünkohlessen trafen sich mehr als 80 Heimatfreunde im Restaurant „Hong Kong“ an der Hörder Straße 357 im Ortsteil Stockum. Annamson Nguyen, Xuan Thanh Mai, Hamza Saeed, Tran Thi Nguyen, Thi Hong Hanh Tran, Thi Tuyet Hoa Thai (von links) bewirtschaften dieses chinesische Esslokal gemeinsam, sie kochen selbst und bedienen auch die Gäste. Die vietnamesische Familie Mai folgte als Nachzug zweier Cousins nach Witten. Die beiden Verwandten wurden im Jahr 1980 als Flüchtlinge mit dem Seenotretter „Cap Anamur“ nach Deutschland gebracht und holten später den Rest der Familie nach. Der Chef wird hier nur Herr Mai genannt und betreibt seit 2008 das Stockumer Restaurant. Die beiden jüngsten Kinder wurden hier geboren. Das speziell zubereitete deutsche Winteressen wurde eigens für die Heimatfreunde Stockum/Düren gekocht, um sich bei den Mitgliedern für ihre Treue zum Verein sowie für ihre Unterstützung bei Veranstaltungen und Aktionen zu bedanken.
Die Heimatfreunde haben in diesem Jahr noch viel vor. In Planung ist bereits der nächste Heimatnachmittag am Mittwoch, 18. Februar 2026, auf dem Hof Große Oetringhaus Am Katteloh. Bitte den Termin vormerken; er beginnt bereits um 14.30 Uhr.

 
Tran Thi Nguyen (li) Tochter des Hauses wurde hier geboren. Die gesamte Familie half bei der Versorgung der zahlreichen Gäste.
Karl-Heinz Thomas und Christian Schuh (re) begrüßten die Gäste und freuten sich über die gut angenommene Veranstaltung. 

Text und Fotos: Karoline Robbert 


Wie spannend und humorvoll das Reisen mit der Bahn sein kann, präsentierten Mark Daniel und Dirk Kiffmeier bei einer witzigen Lesung. 

Foto: Karoline Robbert 

„Eine Zugfahrt, die ist lustig“, mit diesem Lied beginnt der Heimatnachmittag der Heimatfreunde Stockum/Düren am 19. November 2025 im Gemeindehaus an der Mittelstraße. Dirk Kiffmeier, Sänger und Gitarrist, stimmte mit diesem Song die mehr als 50 Besucher auf die Lesung mit dem Kultur-Autor Mark Daniel ein, der sich diesmal einem ganz besonderen Thema gewidmet hat. In seinem neuen Buch „Bahn-Bingo – Geschichten, die ankommen“ erzählt er gewohnt witzig von seinen Abenteuern, die er beim Reisen mit der Bahn erlebt hat. Dabei möchte er sich keinesfalls über das Bahnfahren lustig machen, sondern im Gegenteil mal fürs Reisen mit der Bahn werben. 

Der ehemalige Wittener Mark Daniel fährt gerne Bahn - trotz mancher Verspätungen oder Zugpannen. Ob in ICEs oder Regional, mit Deutschlandtiket oder Fernreisen - auf seinen Fahrten hat er viele lustige Sachen erlebt, die es wert sind, aufgeschrieben zu werden. Besonders amüsant war die Geschichte, bei der er unfreiwillig zum Mithörer eines Telefongesprächs wurde, als ein Mitreisender darum bat, den Lautsprecher doch etwas lauter zu stellen, damit alle etwas verstehen können. 

Witzig ist auch eine Straßenbahnfahrt mit dem 9-Euro-Ticket in Kassel, bei der drei junge Leute ihren Umzug per Bahn bewältigten. Mit vielen schrägen Episoden und den coolsten Durchsagen nimmt der Autor seine Zuhörer mit an Bord: „Liebe Fahrgäste, wenn Sie irgendwelche Beschwerden zu meiner Person haben - meine Mutter ist gerade zugestiegen“- oder „Der Zug ist kein Adventskalender, Sie dürfen immer alle Türen benutzen“. 

Auch die Ruhrstadt darf nicht fehlen, so gibt es auch diesmal ein Wittener Kapitel über einen ehemaligen Lokführer aus Bommern. „Bei einem Gespräch mit einem Lokführer versteht man vor lauter Fachjargon nur Bahnhof“, schreibt Mark Daniel. Porträtiert wird auch „Ulf, (ihm) sein Kumpel - das Herzstück im Weichenbau“, der auch den Brand im Wittener Weichenwerk miterlebt hat. „Wunderbare Typen“, dabei drückt der Autor seine Wertschätzung für diese Berufsgruppe aus:  „Einmal Eisenbahner – immer Eisenbahner“.

 
Über 50 Besucher erfreuten sich über die lustigen Abenteuer, die Mark Daniel und sein Frau Maike beim Reisen mit dem 9-Uhr-Ticket erlebt haben.

Foto: Karl-Heinz Thomas 

Zum Abschluss überraschte Mark Daniel das Publikum mit einem Text aus der für 2027 geplanten Fortsetzung seines lokalen Bestsellers "Witten - ker, wat schön!". Der Auszug handelt von der Wittener Fotografin Barbara Zabka, die leider vor zwei Jahren verstorben ist, aber weiterhin im „Herzen der Stadt“ präsent ist. Die Betroffenheit und Aufmerksamkeit im Saal spiegelten die Bedeutung dieses Moments wider. 

Nach der Lesung erinnerte Karl-Heinz Thomas an den heutigen Buß- und Bettag und appellierte: „Man soll auch an die denken, die nicht mehr unter uns sein können, aber man darf trotzdem fröhlich sein.“ Mark Daniels Schlusssatz „Seid nett zueinander“ rundete den Nachmittag ab und hinterließ bei den Gästen einen bleibenden Eindruck von Gemeinschaft, Humor und Nachdenklichkeit. 

Karoline Robbert

Zehn Heimatfreunde aus Stockum und Düren unternahmen eine spannende politische Bildungsfahrt nach Berlin. Sie folgten einer Einladung der Bundestagsabgeordneten Frau Dr. Katja Strauss-Köster (rechts im Bild). Zuvor hatte sie die Heimatfreunde bereits mit einem Vortrag und einer Diskussion besucht, nachdem sie für die CDU den Wahlkreis 138 im Ennepe-Ruhr-Kreis gewonnen hatte. 

Während des vier Tage langen Aufenthalts erhielten die Heimatfreunde einen lebendigen Einblick in die Arbeit des 21. Deutschen Bundestags. Das Programm umfasste Rundfahrten durch Berlin, Besuche im Konrad-Adenauer-Haus und im Bundesministerium der Verteidigung, Informationsgespräche beim Bundesnachrichtendienst sowie eine Führung durch die Gedenkstätte Deutscher Widerstand. Besonders beeindruckend waren der Besuch im Bundeskanzleramt und die Teilnahme an einer Plenarsitzung im Bundestag mit anschließender Besichtigung des Reichstagsgebäudes. Schnell vergingen die unvergesslichen Tage, die den Stockumer Teilnehmern Einblicke in den Berliner Politikbetrieb ermöglichten und sicherlich lange in Erinnerung bleiben werden.

 

Foto: Chiara Krämer