
Der ehemalige Breukersche Hof an der Ecke Gerdesstraße/Hörder Straße hat eine beeindruckende Geschichte. Ursprünglich im Schatzbuch der Grafschaft Mark im Jahr 1486 als „Doenhof“ erwähnt, war das Anwesen schon im 9. Jahrhundert dem Kloster Werden abgabepflichtig und somit ein bedeutender Hof in der Region. Im Laufe der Jahrhunderte wechselte dieser Bauernhof häufig den Besitzer.
Im Jahr 1870 wird im Liegenschaftsbuch als Besitzer ein Herr Putsch genannt, dem damals auch das Gasthaus „Zum Fuhrmann“ gehörte. Zwischen 1903 und 1918 bewirtschaftete Hermann Oberschulte als Pächter den Hof, bevor die Familie Breuker ihn kaufte. Der letzte Bauer, August Breuker, zog um 1957 weg. Danach nutzte ein Herr Heckewald den Hof und richtete den „Hundehof Rex“ mit einem Tieroperationsraum und im oberen Stock eine Vogelabteilung ein – sogar das Fernsehen berichtete darüber im Jahr 1958. Bis in die 1970er Jahre diente das Gelände als Büro- und Lagerhaus der Kohlen- und Ölfirma Lanwehr.
Anschließend übernahm die Stadtverwaltung den Bauernhof. Das Anwesen zerfiel zusehends und wurde 1983 abgerissen – damals galt er als „Schandflleck“ in Stockum. Eine Baugesellschaft trug die baufällige Substanz ab, um danach den Bau in seinem alten Aussehen und Maßen neu aufrichten zu lassen, wobei das alte Erscheinungsbild bewahrt werden sollte. Das Gebäude wurde im Dezember 1885 fertiggestellt und zeigt eine gelungene Verbindung von Alt und Neu. Aus einem Schandfleck wurde ein Schmuckstück.


Dieses Gebäude an der Hörder Straße 319 hat eine lange und vielfältige Geschichte. Ursprünglich im Jahr 1835 als keiner Kotten und Gastwirtschaft erbaut, erwarb kurz danach Gastwirt Auferman dieses Gebäude. Ab dem Jahr 1883 befand sich der Besitz im Eigentum der Familie Steffen, die das Haus durchgehend bis 1966 als Gastwirtschaft nutzte.
Ein ganz besonderes Merkmal war, dass die Bauern und Handwerker, die hier einkehrten, ihren eigenen Humpen hatten, aus denen nur sie tranken. Von 1903 bis 1955 betrieb die zweite Generation mit Albert und Lina Steffen das Gasthaus. Von 1903 bis 1928 war in dem Gasthaus auch die Post untergebracht und Albert Steffen war während dieser Zeit Postagent. Die dritte Generation mit Hermann und Elisabeth Steffen stand bis 1966 hinter der Theke.
Im Jahr 1909 tagte in dem Saal der Gaststätte ein Schöffengericht. Es galt 51 Autofahrer zu verurteilen, die zu schnell durch den Ort gefahren sein sollen. Etwas zwei Drittel wurden kostenpflichtig bestraft, der Rest wurde freigesprochen.
Links vom Eingang befand sich von 1956-1965 die Sparkasse mit einer Zweigstelle. Nach dem Ende des Gasthausbetriebes mit der Familie Steffen haben etliche Gastwirte ihr Glück versucht, bis 2008 die Gastwirtschaft, nach 178 Jahren, endgültig geschlossen wurde. Im Jahr 2026 wurde das Haus verkauft und der Besitzer wechselte
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Das Gasthaus an der Hörder Straße 323 besitzt eine beeindruckende Geschichte, die bis in die Zeit der Französischen Revolution zurückreicht. Während dieser Periode im Jahr 1789 suchten viele französische Familien Zuflucht in Westfalen, was auch in Stockum zu einer erhöhten Nutzung der Gasthäuser an den Hauptverkehrsstraßen führte. Ab 1790 wird die alte Chaussee befestigt und ausgebaut, was den Verkehr erleichterte.
Das Haus wurde um 1830 von dem Gastwirt Aufermann erbaut, es war damals eine Poststelle und eine Art Zollhaus, wo Fuhrleute Gebühren zu entrichten hatten. Vor dem Haus befand sich eine Wegeschranke, und der Wirt Aufermann war verpflichtet, den Wegezoll für den Landkreis Bochum, der den Ausbau der Straße finanziert hatte, einzutreiben.
Im Jahr 1870 wurde Herr Putsch Eigentümer des Hauses und die Gastwirtschaft entwickelte sich zu einem beliebten Nachtquartier. Oftmals sammelte sich dort eine ganze Wagenburg an und mit der hauseigenen Schmiede war es ein wichtiger Haltepunkt für Fuhrleute. Berichtet wird von großen Eichen unter denen die Bauern und Fuhrleute ihren „Klaren“ tranken. Der Wirt Aufermann erzählte lustige Geschichten aus dem Krieg gegen Napoleon.
Das Gasthaus gilt als das älteste bestehende im Stockum. Die Besitzer wechselten und es wurde mehrfach umbenannt. Doch erst im Jahr 1958 beseitigte man die große Kurre mit den Ringen zum Anbinden der Pferde. Heute, im Jahr 2026, ist hier die Event-Gastronomie Kreiner‘s Zollhaus.


Der Bau der evangelischen Kirche in Stockum begann mit dem ersten Spatenstich am 4. März 1901. Die Grundsteinlegung fand am 30. April 1901 statt. Das ganz aus Bruchsteinkloben aus einem Stockumer Steinbruch errichtete Gotteshaus wurde im Juli 1902 fertiggestellt Die Einweihung der Kirche mit 500 Sitzplätzen erfolgte am 24. Juli 1902. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz.
Ursprünglich gehörten die evangelischen Christen von Stockum/Düren und Oespel zur Gemeinde Lütgendortmund und besuchten dort auch die Gottesdienste. Der Kirchpfad führte von Stockum über Düren nach Lütgendortmund. Erst im Jahr 1906 wird Stockum/Düren eine eigenständige Kirchengemeinde.
Der markante Kirchturm prägt bis heute das Stockumer Stadtbild. Im Jahre 1903 wurden zwei der insgesamt drei Kirchenglocken eingeweiht. Die dritte und schwerste Glocke wurde im Bochumer Gussstahlwerk gegossen. Sie kam am 25. Dezember des gleichen Jahres zum Klingen.
Auch die Inneneinrichtung ist ebenfalls bedeutend: Bänke, Fliesenboden und Fußleisten sind noch aus der Erbauerzeit vorhanden. Der Altar präsentiert sich mit kunstvollem Schnitzwerk. Die seitlich angeordnete Holzkanzel mit Holzaufgang zeigt ebenfalls Schnitzwerkarbeiten und Kassettenfelder. Säulen und Emporen aus Holz dominieren den Innenraum. Die Bänke sind an den Seiten mit eingeschnitztem Davidstern verziert, einem Symbol für die gemeinsamen Wurzeln von Juden und Christen.

