
Das Gasthaus an der Hörder Straße 323 besitzt eine beeindruckende Geschichte, die bis in die Zeit der Französischen Revolution zurückreicht. Während dieser Periode im Jahr 1789 suchten viele französische Familien Zuflucht in Westfalen, was auch in Stockum zu einer erhöhten Nutzung der Gasthäuser an den Hauptverkehrsstraßen führte. Ab 1790 wird die alte Chaussee befestigt und ausgebaut, was den Verkehr erleichterte.
Das Haus wurde um 1830 von dem Gastwirt Aufermann erbaut, es war damals eine Poststelle und eine Art Zollhaus, wo Fuhrleute Gebühren zu entrichten hatten. Vor dem Haus befand sich eine Wegeschranke, und der Wirt Aufermann war verpflichtet, den Wegezoll für den Landkreis Bochum, der den Ausbau der Straße finanziert hatte, einzutreiben.
Im Jahr 1870 wurde Herr Putsch Eigentümer des Hauses und die Gastwirtschaft entwickelte sich zu einem beliebten Nachtquartier. Oftmals sammelte sich dort eine ganze Wagenburg an und mit der hauseigenen Schmiede war es ein wichtiger Haltepunkt für Fuhrleute. Berichtet wird von großen Eichen unter denen die Bauern und Fuhrleute ihren „Klaren“ tranken. Der Wirt Aufermann erzählte lustige Geschichten aus dem Krieg gegen Napoleon.
Das Gasthaus gilt als das älteste bestehende im Stockum. Die Besitzer wechselten und es wurde mehrfach umbenannt. Doch erst im Jahr 1958 beseitigte man die große Kurre mit den Ringen zum Anbinden der Pferde. Heute, im Jahr 2026, ist hier die Event-Gastronomie Kreiner‘s Zollhaus.

