
Der Bau der evangelischen Kirche in Stockum begann mit dem ersten Spatenstich am 4. März 1901. Die Grundsteinlegung fand am 30. April 1901 statt. Das ganz aus Bruchsteinkloben aus einem Stockumer Steinbruch errichtete Gotteshaus wurde im Juli 1902 fertiggestellt Die Einweihung der Kirche mit 500 Sitzplätzen erfolgte am 24. Juli 1902. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz.
Ursprünglich gehörten die evangelischen Christen von Stockum/Düren und Oespel zur Gemeinde Lütgendortmund und besuchten dort auch die Gottesdienste. Der Kirchpfad führte von Stockum über Düren nach Lütgendortmund. Erst im Jahr 1906 wird Stockum/Düren eine eigenständige Kirchengemeinde.
Der markante Kirchturm prägt bis heute das Stockumer Stadtbild. Im Jahre 1903 wurden zwei der insgesamt drei Kirchenglocken eingeweiht. Die dritte und schwerste Glocke wurde im Bochumer Gussstahlwerk gegossen. Sie kam am 25. Dezember des gleichen Jahres zum Klingen.
Auch die Inneneinrichtung ist ebenfalls bedeutend: Bänke, Fliesenboden und Fußleisten sind noch aus der Erbauerzeit vorhanden. Der Altar präsentiert sich mit kunstvollem Schnitzwerk. Die seitlich angeordnete Holzkanzel mit Holzaufgang zeigt ebenfalls Schnitzwerkarbeiten und Kassettenfelder. Säulen und Emporen aus Holz dominieren den Innenraum. Die Bänke sind an den Seiten mit eingeschnitztem Davidstern verziert, einem Symbol für die gemeinsamen Wurzeln von Juden und Christen.


Dieses Haus befand sich in Besitz der Familie Löbbecke. Nach dem 2. Weltkrieg war die Familie mit einem Textilwarengeschäft gestartet. Sie handelten mit selbstgenähten und selbstgefärbten Textilien und gingen von Haus zu Haus, um ihre Waren zu verkaufen. Sie boten auch einen preiswerten Resteverkauf an. Im diesem Ladenlokal betrieb man das Geschäft bis in die 1980er Jahre.
Im Dezember 1953 überfielen zwei maskierte Männer das Geschäft. Herr Löbbecke leistete unbewaffnet Widerstand. Ein Schuss wurde auf die Ehefrau abgegeben, ohne sie zu treffen; der zweite Schuss ging durch die Scheibe. Die Räuber ergriffen ohne Beute die Flucht. Der Überfall konnte nie aufgeklärt werden.
Später wurde in diesem Haus Damenkonfektion verkauft, betrieben von Frau Zens unter dem Namen Modetreff. Im Jahr 2004 eröffnete Gudrun Gronau eine Schreibwaren- und Buchhandlung. Seit Mai 2022 befindet sich in dem Haus von Erhard Gronau das Heimatstübchen mit dem Archiv der Heimatfreunde Stockum/Düren. Geöffnet jeden Donnerstag von 15 bis 17 Uhr. Besucher sind jederzeit willkommen. Die beiden Schaufenster des Heimatvereins werden ständig neu dekoriert.

Die Heimatfreunde Stockum/Düren erarbeiten zurzeit einen digitalen historischen Dorfrundgang, der Sie auf eine faszinierende Zeitresie durch unsere Dorf mitnimmt. Mit bis zu 14 ausgewählten Stationen bietet dieser Rundgang eine einzigartige Gelegenheit die Geschichte und die Besonderheiten unseres Orten kennenzulernen
An jeder Station finden Sie ein Schild mit einem QR-Code, einem kurzen Text und einem Foto. Durch das Scannen des QR-Codes gelangen Sie zu ausführlichen Informationen, die historische Gebäude wie Kirchen, ehemalige Bauernhöfe, Gaststätten und vieles mehr vorstellen. Ergänzt werden die Texte durch interessante Anekdoten und spannende Fakten, die das Dorfbild lebendig werden lassen.
Ob Interessierte, Familien oder Senioren – dieser digitale Rundgang macht es möglich, auf bequeme Weise mehr über die Vergangenheit unseres Dorfes zu erfahren und dabei spannende Details zu entdecken. Wir laden Sie herzlich ein, Stockum/Düren aus einer neuen Perspektive zu erkunden und die Geschichte unseres Heimatortes digital zum Leben zu erwecken!
Im frühen Jahrhundert gab es in Stockum auch ein Rittergut: Das Haus Heyde. Die Wasserburg eines fränkischen Ritters, der sich op der Heyde nannte, befand sich im Bereich des Hofes Schulte-Niermann im Bereich Stockumer Bruch/Tiefendorf. Das Haus wird im Jahr 1265 zum ersten Mal erwähnt.
„Heyde ist ein Rittersitz in der Bauerschaft Stockum …“ – schrieb 1757 der evangelisch-lutherische Prediger und Geschichtsschreiber Johann Diederich von Steinen in seiner „Westphälischen Geschichte“.
Diese Zuordnung ist nicht ganz richtig, denn obwohl das adelige Haus unmittelbar an der Gemarkung Stockum angrenzte, lag es auf Annener Gebiet. Allerdings bestanden wohl stärkere soziale Bindungen zur Stockumer als zur Annener Bauernschaft. So fielen zeitweise Stockumer Bauernstellen, wie Schulte auf dem Hofe, Ostermann und Schmidt unter die Grundherrschaft der adeligen Besitzer.
Hier im Tiefendorf in der Nähe des heutigen Hofes Schulte-Niermann befand sich das Rittergut Haus Heyde. Die ersten urkundlich erwähnten Besitzer waren vermutlich die Brüder Wilhelm und Friedrich von der Heyde, Söhne des Friedrich op der Heyde. Foto: Archiv Heimatfreunde Stockum/Düren
Mehrere Heimatforscher, unter ihnen auch der Stockumer Wilhelm Barth, haben sich Gedanken um die Lage dieses schon lange nicht mehr bestehenden Gutes gemacht und den Standort schließlich ermittelt. Mit einer im Staatsarchiv Münster aufbewahrten Bergbaukarte aus dem Jahre 1810 und einer Akte aus dem Dortmunder Stadtarchiv lassen sich nun diese Aussagen weitgehend bestätigen und präzisieren.
Auf einer Karte aus dem Staatsarchiv Münster kann man ausgehend vom Stockumer Schultenhof anhand der verzeichneten Bachläufe und eines Weges einen Kreuzungspunkt ausmachen, der identisch ist mit der Einmündung des Stockumer Siepen in die heutige Straße Tiefendorf. Nicht weit davon entfernt wurde das „Haus Hayde“ eingezeichnet, nämlich dort, wo sich heute die Hofgebäude des Bauern Schulte-Niermann befinden.
Karoline Robbert
