
Die Ursprünge des Gerdeshofes liegen an der ehemaligen Dorfstraße, der Gerdesstraße. Dort stand er vermutlich schon im 9. Jahrhundert. Nach dem Urkataster 1823 war er mit 65 Hektar das größte Gut in Stockum, schon 1362 von der Familie Gerdes bewirtschaftet. Zwischen 1856 und 1900 war dort der Amtssitz des Amtes Langendreer, geführt von Ehrenamtmann Friedrich Schulze-Vellinghausen.
Der Gerdeshof in Stockum gehörte ursprünglich zu den Höfen des Klosters Werden, das jedoch seine Grundherrschaft nicht auf Dauer bewahren konnte. 1486 wurde der Hof im Schatzbuch der Grafschaft Mark mit 4 Gulden veranschlagt. Seine bäuerlichen Besitzer hatten – 1509 zuerst belegt – den Status der Wachszinsigkeit. 1654 nahmen die Herrn von Crange die Grundherrschaft wahr, 1705 wurde der Hof im Kataster der kontribualen Güter der Grafschaft Mark geführt. 1779 verkaufte der letzte adlige Eigentümer von Haus Witten den Hof an Johann Hermann Gerdes. Der größte Teil des Hofes brannte im Jahr 1890 nieder und wurde wieder aufgebaut. Das heutige Gutshaus stammt auf dem Jahre 1897.
Durch den Bau eines Wohnparks 1973 endet die Gerdesstraße auf der Himmelohstraße. Ein Reststück der alten Gerdesstraße trägt heute den Namen Am Gerdeshof. Heute befindet sich der Hof im Besitz der Familie Gebhard und wird als landwirtschaftlicher Betrieb weitergeführt.Der Gerdeshof ist somit ein bedeutendes Zeugnis der regionalen Geschichte in Stockum. Das untere Bild zeigt den alten Gerdeshof vor 1890.

So sah er mal aus, der alte Gerdeshof. Am rechten Rand ist ein Teil des alten Amtshauses zu erkennen, welches 1970 abgerissen wurde.
